FrauenWEGE – Anne Scherger
Anne Scherger gab denjenigen eine Stimme, die nicht mehr sprechen können.
Sie hat sich auf vielfältige Weise dafür eingesetzt, die Erinnerung an die Lingener Opfer des Holocaust wachzuhalten. Erstmals gelingt ihr dies 1991 in Zusammenarbeit mit Anne-Dore Jakob von der Pax Christi Gruppe Lingen in der Ausstellung „Verfolgt – deportiert – ermordet“. 1998 erscheint ihr Geschichtsband „Verfolgt und ermordet“, in dem sie beschreibt, wie jüdische Familien in die Emigration gezwungen oder deportiert und schließlich ermordet wurden.
2009 folgt das Buch „Der jüdische Friedhof in Lingen“ in Zusammenarbeit mit dem Künstler Pinchas Katz und dem damaligen Abiturienten Simon Göhler. Elf Jahre lang recherchiert Anne Scherger dafür die Schicksale jüdischer Familien – „durchaus mit kriminalistischem Spürsinn“, wie sie selbst sagte. Sie reist sogar nach Peru, wo sie die Gräber von Johanna Grünberg-Mendel (geb. 1872 in Lingen) und Nathan Grünberg aus Meppen (geb. 1870) ausfindig macht.
Anne Scherger zeichnet sich stets durch ihr großes Feingefühl sowie ihr ernsthaftes Interesse an jüdischem Leben aus. Ihre vertrauensvolle Art ermöglicht es den Shoah-Opfern Ruth Foster und Bernhard Grünberg, 1993 die Ehrenbürgerwürde der Stadt Lingen anzunehmen.
„Dieses Thema hat mich mein ganzes Leben lang beschäftigt und geprägt“ – Anne Scherger
Erinnerung bewahren
Auch an der Entwicklung der Jüdischen Schule zum Lern- und Gedenkort ist Anne Scherger maßgeblich beteiligt: In Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv und dem Emslandmuseum konzipiert sie die Dauerausstellung. An der Erstellung einer Informationsbroschüre über die 49 Stolpersteine in Lingen wirkt sie ebenfalls mit. Nicht zuletzt führt die Pädagogin, die lange an der Lingener Marienschule tätig war, Schulklassen und interessierte Gruppen über den Jüdischen Friedhof und erzählt von den Verstorbenen.
In ihrem Wachhalten der Erinnerung steckte auch immer eine Mahnung für die Gegenwart und die Zukunft: Menschlichkeit und Zivilcourage zu zeigen und dem Hass entgegenzutreten. 2016 erhält sie für ihr Engagement das Bundesverdienstkreuz. Oberbürgermeister Dieter Krone würdigt damals ihr Handeln: „In Ihrem Einsatz gegen das Vergessen und mit Ihrer Bescheidenheit haben Sie Maßstäbe für unser aller Handeln gesetzt – gerade in der heutigen Zeit. Ihnen gilt unser aller Bewunderung und Hochachtung.“
Vollständiger Name: Getrud Anne Scherger
Geboren: 04.September 1935
Verstorben: 26. September 2025
Beruf: Lehrerin
Auszeichnung: Bundesverdienstkreuz (2016)
Bezugspunkte im Emsland: Lern- und Gedenkort Jüdische Schule (Jakob-Wolff-Straße, 49808 Lingen); Jüdischer Friedhof (Weidestraße 31, 49808 Lingen)
Sie hat sich auf vielfältige Weise dafür eingesetzt, die Erinnerung an die Lingener Opfer des Holocaust wachzuhalten. Erstmals gelingt ihr dies 1991 in Zusammenarbeit mit Anne-Dore Jakob von der Pax Christi Gruppe Lingen in der Ausstellung „Verfolgt – deportiert – ermordet“. 1998 erscheint ihr Geschichtsband „Verfolgt und ermordet“, in dem sie beschreibt, wie jüdische Familien in die Emigration gezwungen oder deportiert und schließlich ermordet wurden.
2009 folgt das Buch „Der jüdische Friedhof in Lingen“ in Zusammenarbeit mit dem Künstler Pinchas Katz und dem damaligen Abiturienten Simon Göhler. Elf Jahre lang recherchiert Anne Scherger dafür die Schicksale jüdischer Familien – „durchaus mit kriminalistischem Spürsinn“, wie sie selbst sagte. Sie reist sogar nach Peru, wo sie die Gräber von Johanna Grünberg-Mendel (geb. 1872 in Lingen) und Nathan Grünberg aus Meppen (geb. 1870) ausfindig macht.
Anne Scherger zeichnet sich stets durch ihr großes Feingefühl sowie ihr ernsthaftes Interesse an jüdischem Leben aus. Ihre vertrauensvolle Art ermöglicht es den Shoah-Opfern Ruth Foster und Bernhard Grünberg, 1993 die Ehrenbürgerwürde der Stadt Lingen anzunehmen.
„Dieses Thema hat mich mein ganzes Leben lang beschäftigt und geprägt“ – Anne Scherger
Erinnerung bewahren
Auch an der Entwicklung der Jüdischen Schule zum Lern- und Gedenkort ist Anne Scherger maßgeblich beteiligt: In Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv und dem Emslandmuseum konzipiert sie die Dauerausstellung. An der Erstellung einer Informationsbroschüre über die 49 Stolpersteine in Lingen wirkt sie ebenfalls mit. Nicht zuletzt führt die Pädagogin, die lange an der Lingener Marienschule tätig war, Schulklassen und interessierte Gruppen über den Jüdischen Friedhof und erzählt von den Verstorbenen.
In ihrem Wachhalten der Erinnerung steckte auch immer eine Mahnung für die Gegenwart und die Zukunft: Menschlichkeit und Zivilcourage zu zeigen und dem Hass entgegenzutreten. 2016 erhält sie für ihr Engagement das Bundesverdienstkreuz. Oberbürgermeister Dieter Krone würdigt damals ihr Handeln: „In Ihrem Einsatz gegen das Vergessen und mit Ihrer Bescheidenheit haben Sie Maßstäbe für unser aller Handeln gesetzt – gerade in der heutigen Zeit. Ihnen gilt unser aller Bewunderung und Hochachtung.“
Vollständiger Name: Getrud Anne Scherger
Geboren: 04.September 1935
Verstorben: 26. September 2025
Beruf: Lehrerin
Auszeichnung: Bundesverdienstkreuz (2016)
Bezugspunkte im Emsland: Lern- und Gedenkort Jüdische Schule (Jakob-Wolff-Straße, 49808 Lingen); Jüdischer Friedhof (Weidestraße 31, 49808 Lingen)
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