FrauenWEGE – Clara Eylert
Clara Eylert sagte nein: Die Schulvorsteherin lehnte nationalsozialistische Schulpläne ab.
April 1937: Die Nationalsozialisten pochen auf die Einrichtung von entkonfessionalisierten Gemeinschaftsschulen zur Erziehung im Sinne der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft. Als Bischof Wilhelm Berning dies ablehnt, führt der NS-Lehrerbund eine Umfrage unter Lehrkräften durch. Dazu fahren die Beteiligten die einzelnen Schulen an, die Lehrer müssen sich binnen einer halben Stunde entscheiden. Für Clara Eylert, Schulvorsteherin der Höheren Töchterschule in Lingen, ist die Sache klar: Als überzeugte Katholikin lehnt sie die nationalsozialistische Gemeinschaftsschule ab.
Die gebürtige Altonaerin Clara Eylert kommt erstmals 1897 ins Emsland, als sie für drei Jahre die höhere Töchterschule in Haselünne besucht. Nach Abschluss des Lehrerinnenexamens in Münster unterrichtet sie zunächst an einer Knabenschule in Hamburg. Zum 1. April 1909 bewirbt sie sich erfolgreich um die Stelle als Schulvorsteherin an der neu gegründeten Höheren Töchterschule in Lingen. Von einer gleichwertigen Schulbildung für Mädchen und Jungen konnte damals keine Rede sein: Die Töchterschulen sollten in erster Linie gebildete Mütter und Hausfrauen hervorbringen.
Bessere Bildung für Mädchen unter schwierigen Bedingungen
Clara Eylert setzt sich unermüdlich dafür ein, die Chancen ihrer Schülerinnen zu verbessern. 1925 erhält die Schule die Genehmigung, eine zur Lyzeumsreife führende I. Klasse einzurichten. Die Bedingungen sind herausfordernd; die Schule wechselt häufiger die Standorte und pendelt unter anderem zwischen Hafenstraße und Pferdemarkt. 1923 schreibt sie: „Mancher Pferdestall ist besser als das Schulhaus am Pferdemarkt.“ Besonders schwierig wird es für Clara Eylert jedoch mit der Machtergreifung. 1934 wird ihr vorgeworfen, das Ansehen der Reichswehr herabgesetzt zu haben, weil sie ihre minderjährigen Schülerinnen vor den teils sehr aufdringlichen Soldaten warnte. Schülerinnen berichten Clara Elyert, dass ihnen ein Soldat gesagt habe: „Es ist ein Strafantrag eingereicht und eure Hauptlehrerin wird wohl in nächster Zeit abgeholt werden.“ Es geschieht jedoch nichts.
Konsequenzen eines mutigen Neins
Nachdem Clara Eylert die Gemeinschaftsschule ablehnt, führt die Gestapo sie als „fanatische Zentrumsanhängerin“ in ihrer Kartei. Kurz darauf erhält die Schulvorsteherin die Nachricht, dass sie aus „dienstlichen Gründen“ nach Osterbrock versetzt wird. Clara Elyert tritt die Stelle nicht an. Sie lässt sich mit 57 Jahren in den Ruhestand versetzen und zieht zurück nach Altona.
Vollständiger Name: Clara Elisabeth Eylert
Geboren: 5. November 1879 in Altona (Hamburg)
Verstorben: 26. April 1954 in Telgte
Eltern: Tochter eines Astronomen
Beruf: Lehrerin, Schulleiterin
Bezugspunkt im Emsland: Alter Pferdemarkt, 49808 Lingen
April 1937: Die Nationalsozialisten pochen auf die Einrichtung von entkonfessionalisierten Gemeinschaftsschulen zur Erziehung im Sinne der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft. Als Bischof Wilhelm Berning dies ablehnt, führt der NS-Lehrerbund eine Umfrage unter Lehrkräften durch. Dazu fahren die Beteiligten die einzelnen Schulen an, die Lehrer müssen sich binnen einer halben Stunde entscheiden. Für Clara Eylert, Schulvorsteherin der Höheren Töchterschule in Lingen, ist die Sache klar: Als überzeugte Katholikin lehnt sie die nationalsozialistische Gemeinschaftsschule ab.
Die gebürtige Altonaerin Clara Eylert kommt erstmals 1897 ins Emsland, als sie für drei Jahre die höhere Töchterschule in Haselünne besucht. Nach Abschluss des Lehrerinnenexamens in Münster unterrichtet sie zunächst an einer Knabenschule in Hamburg. Zum 1. April 1909 bewirbt sie sich erfolgreich um die Stelle als Schulvorsteherin an der neu gegründeten Höheren Töchterschule in Lingen. Von einer gleichwertigen Schulbildung für Mädchen und Jungen konnte damals keine Rede sein: Die Töchterschulen sollten in erster Linie gebildete Mütter und Hausfrauen hervorbringen.
Bessere Bildung für Mädchen unter schwierigen Bedingungen
Clara Eylert setzt sich unermüdlich dafür ein, die Chancen ihrer Schülerinnen zu verbessern. 1925 erhält die Schule die Genehmigung, eine zur Lyzeumsreife führende I. Klasse einzurichten. Die Bedingungen sind herausfordernd; die Schule wechselt häufiger die Standorte und pendelt unter anderem zwischen Hafenstraße und Pferdemarkt. 1923 schreibt sie: „Mancher Pferdestall ist besser als das Schulhaus am Pferdemarkt.“ Besonders schwierig wird es für Clara Eylert jedoch mit der Machtergreifung. 1934 wird ihr vorgeworfen, das Ansehen der Reichswehr herabgesetzt zu haben, weil sie ihre minderjährigen Schülerinnen vor den teils sehr aufdringlichen Soldaten warnte. Schülerinnen berichten Clara Elyert, dass ihnen ein Soldat gesagt habe: „Es ist ein Strafantrag eingereicht und eure Hauptlehrerin wird wohl in nächster Zeit abgeholt werden.“ Es geschieht jedoch nichts.
Konsequenzen eines mutigen Neins
Nachdem Clara Eylert die Gemeinschaftsschule ablehnt, führt die Gestapo sie als „fanatische Zentrumsanhängerin“ in ihrer Kartei. Kurz darauf erhält die Schulvorsteherin die Nachricht, dass sie aus „dienstlichen Gründen“ nach Osterbrock versetzt wird. Clara Elyert tritt die Stelle nicht an. Sie lässt sich mit 57 Jahren in den Ruhestand versetzen und zieht zurück nach Altona.
Vollständiger Name: Clara Elisabeth Eylert
Geboren: 5. November 1879 in Altona (Hamburg)
Verstorben: 26. April 1954 in Telgte
Eltern: Tochter eines Astronomen
Beruf: Lehrerin, Schulleiterin
Bezugspunkt im Emsland: Alter Pferdemarkt, 49808 Lingen
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