Torf, Technik, Tradition: Das Heseper Torfwerk
Die Gründung des Heseper Torfwerks im Jahr 1913 durch Georg Klasmann markiert den Beginn einer tiefgreifenden Transformation für Groß- und Klein Hesepe. Was als industrielles Vorhaben begann, entwickelte sich schnell zu einem gesellschaftlichen Aufbruch: Inmitten der Landschaft entstand ein völlig neuer Ortsteil – das „Torfwerk“.
Dieser wuchs organisch mit dem Erfolg des Betriebs. Es entstanden nicht nur Mehrfamilienhäuser für die Werksangehörigen, sondern eine komplette soziale Infrastruktur. Von der ersten provisorischen Einraumschule der 1920er Jahre über das „Ledigenheim“ für bis zu 80 Mitarbeiter bis hin zu geförderten Eigenheimen in den 30er Jahren wurde hier ein Lebensraum geschaffen, der weit über den reinen Arbeitsplatz hinausging.
Ein Meilenstein dieser Entwicklung war die 1922 fertiggestellte, 17 Kilometer lange Torfbahn. Sie war weit mehr als ein Transportweg für Torfprodukte nach Meppen; bis in die 1950er Jahre diente sie den Bürgern von Hesepertwist, Hesepe und Rühle als wichtiges öffentliches Verkehrsmittel und verband die Region eng mit der Kreisstadt.
Doch die Historie des Standorts ist komplex. Neben dem industriellen Erfolg steht die dunkle Erinnerung an das Emslandlager XI Groß Hesepe, das 1938/39 entstand. Unter grausamen Bedingungen wurden hier Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter aus ganz Europa – insbesondere aus der Sowjetunion und der Ukraine – zur Arbeit beim Torfwerk gezwungen. Diese Zeit des Leids bleibt ein mahnender Teil der lokalen Geschichte.
Nach 1945 setzte die Entwicklung sich fort: Die Siedlung wuchs, die heutige Josefschule entstand, und mit der Markuskirche erhielt der Ortsteil ein geistliches Zentrum. Parallel dazu vollzog das Unternehmen einen beeindruckenden technologischen Wandel. Aus der Produktion von Brenntorf und Einstreu entwickelte sich durch die Fusion von Klasmann und Deilmann im Jahr 1990 ein globaler Marktführer für hochmoderne Kultursubstrate, der heute weltweit agiert.
Heute ist dieses reiche Erbe an zwei Orten greifbar: In der Innovationskraft der Klasmann-Deilmann Gruppe und im Emsland Moormuseum. Letzteres bewahrt die monumentalen Maschinen des „Emslandplanes“ und die Geschichte der Moorforschung für kommende Generationen.
Die Gründung des Heseper Torfwerks im Jahr 1913 durch Georg Klasmann markiert den Beginn einer tiefgreifenden Transformation für Groß- und Klein Hesepe. Was als industrielles Vorhaben begann, entwickelte sich schnell zu einem gesellschaftlichen Aufbruch: Inmitten der Landschaft entstand ein völlig neuer Ortsteil – das „Torfwerk“.
Dieser wuchs organisch mit dem Erfolg des Betriebs. Es entstanden nicht nur Mehrfamilienhäuser für die Werksangehörigen, sondern eine komplette soziale Infrastruktur. Von der ersten provisorischen Einraumschule der 1920er Jahre über das „Ledigenheim“ für bis zu 80 Mitarbeiter bis hin zu geförderten Eigenheimen in den 30er Jahren wurde hier ein Lebensraum geschaffen, der weit über den reinen Arbeitsplatz hinausging.
Ein Meilenstein dieser Entwicklung war die 1922 fertiggestellte, 17 Kilometer lange Torfbahn. Sie war weit mehr als ein Transportweg für Torfprodukte nach Meppen; bis in die 1950er Jahre diente sie den Bürgern von Hesepertwist, Hesepe und Rühle als wichtiges öffentliches Verkehrsmittel und verband die Region eng mit der Kreisstadt.
Doch die Historie des Standorts ist komplex. Neben dem industriellen Erfolg steht die dunkle Erinnerung an das Emslandlager XI Groß Hesepe, das 1938/39 entstand. Unter grausamen Bedingungen wurden hier Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter aus ganz Europa – insbesondere aus der Sowjetunion und der Ukraine – zur Arbeit beim Torfwerk gezwungen. Diese Zeit des Leids bleibt ein mahnender Teil der lokalen Geschichte.
Nach 1945 setzte die Entwicklung sich fort: Die Siedlung wuchs, die heutige Josefschule entstand, und mit der Markuskirche erhielt der Ortsteil ein geistliches Zentrum. Parallel dazu vollzog das Unternehmen einen beeindruckenden technologischen Wandel. Aus der Produktion von Brenntorf und Einstreu entwickelte sich durch die Fusion von Klasmann und Deilmann im Jahr 1990 ein globaler Marktführer für hochmoderne Kultursubstrate, der heute weltweit agiert.
Heute ist dieses reiche Erbe an zwei Orten greifbar: In der Innovationskraft der Klasmann-Deilmann Gruppe und im Emsland Moormuseum. Letzteres bewahrt die monumentalen Maschinen des „Emslandplanes“ und die Geschichte der Moorforschung für kommende Generationen.
Ansprechpartner:in
Int. Naturpark Bourtanger Moor - Veenland e.V.
Ordeniederung 149716 MeppenAutor:in
Internationaler Naturpark Bourtanger Moor-Veenland
Ordeniederung 1D-49716 MeppenOrganisation
Internationaler Naturpark Bourtanger Moor-Veenland






