Die LEADER Naturpark-Region

Moor ohne Grenzen

Energie-Wissenspfad Haren (Ems)

Handlungsfeldbezug
Das Projekt entspricht den Zielen im Handlungsfeld 3 „Wirtschaft und Landwirtschaft“ – Handlungsfeldziel 3.2 „Belange von (Land-)Wirtschaft, Umweltschutz und Tourismus aufeinander abstimmen und gemeinsame Maßnahmen entwickeln und umsetzen“.

Fördertatbestand
Förderung auf Grundlage des Fördertatbestandes: „Entwicklungs- und Realisierungskonzepte sowie Öffentlichkeitsarbeit einschließlich Veranstaltungen“ – beispielhaft „Maßnahmen zur Sensibilisierung der Bevölkerung“). Außerdem hat das Projekt Anknüpfungspunkte zum Handlungsfeldziel 1.2 „Klimaschutz umsetzen

Projektträger: 
Stadt Haren (Ems)

Ziele, Maßnahmen und Projektinhalte

In Haren (Ems) schreitet der Ausbau der erneuerbaren Energien, insbesondere im Bereich Windenergie, seit Jahren kontinuierlich voran. Ein großes Dilemma der Windenergie ist jedoch die Abhängigkeit von den Windverhältnissen, die dazu führt, dass bei starken Windverhältnissen der erzeugte Strom nicht mehr in das Netz eingespeist werden kann oder aber bei geringen Windverhältnissen keine Windenergie zur Verfügung steht.

Ziel der Stadt Haren (Ems) auf dem Weg zur Verbesserung der CO2-Bilanz ist es, nicht nur die überschüssig erzeugte erneuerbare Energie, sondern möglichst den gesamten Windertrag, vorrangig im Stadtgebiet zu nutzen. Hierzu bedarf es eines intelligenten Energiemanagementsystems und entsprechender Speichermöglichkeiten.

Im Zuge der Fortschreibung des Regionalen Raumordnungsprogramms (RROP 2010) des Landkreises Emsland hat die Stadt Haren (Ems) daher für Teile von Fehndorf/Lindloh ein Vorbehaltsgebiet für Forschung und Entwicklung zur Verstetigung und Speicherung von Strom aus Windenergienutzung beantragt. Die 1. Änderung des RROP 2010 des Landkreises Emsland (sachlicher Teilabschnitt Energie) ist seit dem 15. Februar 2016 rechtskräftig. Damit wurde auch das „Vorranggebiet Verstetigung und Speicherung von regenerativer Energie (Wind)“ für Forschungs- und Entwicklungsvorhaben raumordnerisch gesichert. Somit ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Windpark Fehndorf Lindloh nur in Kombination mit der Verstetigung und Speicherung von Energie möglich.

Auf der Basis der planungsrechtlichen Grundlagen haben die Windparkgesellschaft „BW Bürger-windpark Fehndorf/Lindloh GmbH & Co. KG“, die Firma ENERCON GmbH, die Firma Agrowea GmbH & Co. KG und die Stadt Haren (Ems) eine Zusammenarbeit im Rahmen des F & E Vorhaben Windpark Fehndorf/Lindloh vereinbart. Das F & E Vorhaben Windpark Fehndorf/ Lindloh umfasst dabei folgende drei Bausteine:

Das F & E Vorhaben dient der Erhöhung des Eigenversorgungsgrades aus erneuerbaren Energien im Gebiet der Stadt Haren (Ems). Dabei wird zunächst ein Eigenversorgungsgrad bei Strom in Höhe von 75 % in jeder Viertelstunde angestrebt. Dieses Ziel soll mit dem bereits bestehenden Windpark Rütenmoor und dem neuen Windpark Fehndorf/Lindloh in Verbindung mit dem Speicherfeld erreicht werden.

Seitens der Stadt Haren (Ems) wird beabsichtigt, das für die Umsetzung der Klimaschutzziele wichtige F & E Vorhaben mit seinen einzelnen Bestandteilen zu kommunizieren. Die Akzeptanz solch eines Vorhabens ist abhängig von der Bereitstellung der Informationen und der Einbindung von Akteuren. Daher soll ein Energie-Wissenspfad eingerichtet werden, der die drei Bausteine Windpark, Speicherfeld und Wasserstofftankstelle des F & E Vorhabens umfasst. Zielgruppe sind die Bürger:innen, die Touristen und sonstige Interessierte wie z. B. Schulen und Hochschulen.

An allen drei Standorten soll mit Hilfe von einheitlichen Informationstafeln das F & E Projekt erläutert werden. Dabei soll der Kreislauf von der Erzeugung der erneuerbaren Energie (Windenergie), der Transport aus dem Windpark per Stromleitung in das Speicherfeld, die Umwandlung des Stroms per Elektrolyse in Wasserstoff mit den Speichermöglichkeiten und die Nutzung für die Mobilität (Wasserstoff-/ Elektrotankstelle) vorgestellt werden. Somit soll ein Energie-Wissenspfad geschaffen werden, der z.B. über eine neue Radwanderroute auf Knotenpunktbasis auch mit dem Fahrrad erfahren werden kann. Die Informationstafeln sollen in modularer Bauweise errichtet werden, sodass ein leichter Austausch der Tafeln bzw. eine Erweiterung möglich sind. Durch die Integration von QR-Codes sollen dabei analoge und digitale Elemente miteinander verknüpft werden. Interessierte Besucher haben so die Möglichkeit, Zusatzinformationen wie Bilder, Audio- und Filmmaterial digital abzurufen. Über die Einbindung von QR-Codes wird es somit ermöglicht, weitere Entwicklungen aufzuzeigen.

Der Schwerpunkt des Energie-Wissenspfades ist das Speicherfeld an der Forststraße in Wesuwe Siedlung. Dort sollen umfangreiche Informationen über die Möglichkeiten zur Nutzung erneuerbarer Energie (Energiemanagementsystem, Elektrolyse – Power to Gas, Batteriespeicher, etc.) gegeben werden. Hierzu gehört auch die Erstellung einer Zuwegung, die Aufstellung von Sitzgelegenheiten und die Aufstellung von E-Ladesäulen für Fahrräder, versorgt mit grünem Strom aus dem Testfeld. Das Speicherfeld selbst wird aufgrund der dort vorhandenen sensiblen Anlagen eingezäunt sein. Es steht jedoch ggf. abhängig von der personellen Verfügbarkeit, die Möglichkeit zur Besichtigung/ Führung im Speicherfeld.

 

Das LEADER-Projekt zur Errichtung eines Energie-Wissenspfad umfasst: