FrauenWEGE – Berta Sachs
Deportation, Zwangsarbeit, Konzentrationslager: Berta Sachs überlebte den Holocaust.
November 1938: Eine junge Frau steht vor der Tür der Gestapo in Osnabrück. Ihr Name: Berta Heilbronn. Einige Tage zuvor hatte eine Gruppe Unbekannter – Gerüchten zufolge Mitglieder der Frerener SA – die Wohnung ihrer bettlägerigen Eltern zerstört. Die Lengericherin fordert von der Gestapo das Geld zurück, das man ihren Eltern gestohlen hat. „Ich wundere mich noch heute, dass ich damals den Mut aufbrachte“, erinnert sie sich später. Tatsächlich hat sie Erfolg: Vom Landratsamt in Lingen erhält sie kurz darauf die Nachricht, dass sie das Geld abholen kann.
Berta Heilbronn Sachs wird 1909 als zweites von sechs Kindern in Lengerich geboren. Sie verlebt eine glückliche Kindheit, ist gut in der Schule, beliebt bei Lehrer und Pastor. Das ändert sich, als die Nationalsozialisten an die Macht kommen. Bertas Brüder Emil und Leonard werden in die Konzentrationslager Buchenwald und Sachsenhausen verschleppt. Zwei weitere Brüder, Julius und Meinhard, emigrieren in die USA. Nach der Reichspogromnacht bringt Berta ihre Eltern mithilfe einer Tante in einem Berliner Altersheim unter. Sie selbst zieht nach Wolbeck zu einem Onkel, wo sie darauf wartet, in die USA ausreisen zu dürfen. In Wolbeck lernt sie ihren späteren Mann Artur kennen. Die beiden heiraten im Haus ihres Schwiegervaters in Werther. Anschließend muss das Ehepaar in ein „Judenhaus“ in Bielefeld ziehen, wo beide in einer Fahrradfabrik zwangsverpflichtet arbeiten.
Deportation und Zwangsarbeit
Am 13.12.1941 – ihrem 32. Geburtstag – wird Berta Sachs zusammen mit ihrem Mann Artur in das Rigaer Ghetto deportiert. Sie muss im Schneeräumkommando und bei einer Straßenbaufirma arbeiten. Es ist die erste von vielen Stationen. Unter anderem ist sie im KZ Kaiserwald interniert, wo sie Massengräber ausheben muss, sowie im KZ Stutthof. Auf einem Gutshof in Thorn (heute: Torún, Polen) muss sie Zwangsarbeit leisten, Tote entkleiden und erneut Massengräber ausheben. Anschließend folgt ein wochenlanger Marsch gen Norden. Dort trifft Berta kurz ihre Cousine Ruth Heilbronn (später Ruth Foster) aus Lingen, die ebenfalls ins Rigaer Ghetto deportiert worden war.
In der Nähe von Lauenburg (heute: Lębork, Polen) wird sie schließlich befreit. Sie überlebt nur knapp eine schwere Erkrankung, ist zwölf Tage bewusstlos. Nach ihrer Genesung gelingt es ihr, nach Bielefeld zurückzureisen. Dort findet sie ihren Mann wieder, der mehrere Konzentrationslager überlebt hat. Bertas Eltern sowie drei ihrer fünf Brüder sterben in verschiedenen Konzentrations- und Arbeitslagern. Berta Sachs bekommt zwei Töchter und lebt bis zu ihrem Tod in Bielefeld.
Berta Sachs war überzeugt, dass ihr Glaube und ihre Zuversicht ihr geholfen haben, zu überleben. In Kaiserwald sagte sie zu einer Mitinsassin: „Wenn ich abends mein Haupt niederlege, dann sage ich mir selbst: Ach, wie schön ist es, wenn du wieder befreit bist.“
Vollständiger Name: Berta Sachs, geb. Heilbronn
Geboren: 13. Dezember 1909 in Lengerich
Verstorben: 26. November 1990 in Bielefeld
Eltern: Abraham Heilbronn (1874-1943) und Meta Heilbronn, geb. Horn (1878-1943)
Position: Überlebende der Shoah, Zeitzeugin
November 1938: Eine junge Frau steht vor der Tür der Gestapo in Osnabrück. Ihr Name: Berta Heilbronn. Einige Tage zuvor hatte eine Gruppe Unbekannter – Gerüchten zufolge Mitglieder der Frerener SA – die Wohnung ihrer bettlägerigen Eltern zerstört. Die Lengericherin fordert von der Gestapo das Geld zurück, das man ihren Eltern gestohlen hat. „Ich wundere mich noch heute, dass ich damals den Mut aufbrachte“, erinnert sie sich später. Tatsächlich hat sie Erfolg: Vom Landratsamt in Lingen erhält sie kurz darauf die Nachricht, dass sie das Geld abholen kann.
Berta Heilbronn Sachs wird 1909 als zweites von sechs Kindern in Lengerich geboren. Sie verlebt eine glückliche Kindheit, ist gut in der Schule, beliebt bei Lehrer und Pastor. Das ändert sich, als die Nationalsozialisten an die Macht kommen. Bertas Brüder Emil und Leonard werden in die Konzentrationslager Buchenwald und Sachsenhausen verschleppt. Zwei weitere Brüder, Julius und Meinhard, emigrieren in die USA. Nach der Reichspogromnacht bringt Berta ihre Eltern mithilfe einer Tante in einem Berliner Altersheim unter. Sie selbst zieht nach Wolbeck zu einem Onkel, wo sie darauf wartet, in die USA ausreisen zu dürfen. In Wolbeck lernt sie ihren späteren Mann Artur kennen. Die beiden heiraten im Haus ihres Schwiegervaters in Werther. Anschließend muss das Ehepaar in ein „Judenhaus“ in Bielefeld ziehen, wo beide in einer Fahrradfabrik zwangsverpflichtet arbeiten.
Deportation und Zwangsarbeit
Am 13.12.1941 – ihrem 32. Geburtstag – wird Berta Sachs zusammen mit ihrem Mann Artur in das Rigaer Ghetto deportiert. Sie muss im Schneeräumkommando und bei einer Straßenbaufirma arbeiten. Es ist die erste von vielen Stationen. Unter anderem ist sie im KZ Kaiserwald interniert, wo sie Massengräber ausheben muss, sowie im KZ Stutthof. Auf einem Gutshof in Thorn (heute: Torún, Polen) muss sie Zwangsarbeit leisten, Tote entkleiden und erneut Massengräber ausheben. Anschließend folgt ein wochenlanger Marsch gen Norden. Dort trifft Berta kurz ihre Cousine Ruth Heilbronn (später Ruth Foster) aus Lingen, die ebenfalls ins Rigaer Ghetto deportiert worden war.
In der Nähe von Lauenburg (heute: Lębork, Polen) wird sie schließlich befreit. Sie überlebt nur knapp eine schwere Erkrankung, ist zwölf Tage bewusstlos. Nach ihrer Genesung gelingt es ihr, nach Bielefeld zurückzureisen. Dort findet sie ihren Mann wieder, der mehrere Konzentrationslager überlebt hat. Bertas Eltern sowie drei ihrer fünf Brüder sterben in verschiedenen Konzentrations- und Arbeitslagern. Berta Sachs bekommt zwei Töchter und lebt bis zu ihrem Tod in Bielefeld.
Berta Sachs war überzeugt, dass ihr Glaube und ihre Zuversicht ihr geholfen haben, zu überleben. In Kaiserwald sagte sie zu einer Mitinsassin: „Wenn ich abends mein Haupt niederlege, dann sage ich mir selbst: Ach, wie schön ist es, wenn du wieder befreit bist.“
Vollständiger Name: Berta Sachs, geb. Heilbronn
Geboren: 13. Dezember 1909 in Lengerich
Verstorben: 26. November 1990 in Bielefeld
Eltern: Abraham Heilbronn (1874-1943) und Meta Heilbronn, geb. Horn (1878-1943)
Position: Überlebende der Shoah, Zeitzeugin
Gut zu wissen
Ansprechpartner:in
Autor:in




