FrauenWEGE – Maria Anna Kramer
Maria Anna Kramer
Witwe mit Gemeinsinn: Maria Anna Kramer stiftete das ehemalige Lengericher Krankenhaus.
Als der Kaufmann Johann Heinrich Kramer 1858 stirbt, muss sich seine Witwe Maria Anna nicht nur um die sechs teils noch minderjährigen Kinder kümmern, sondern auch ein umfangreiches Erbe verwalten – darunter mehrere Häuser, Grundstücke und Kaufmannswaren. Den Nachlass verteilt sie unter ihren Kindern, aber nicht komplett. Sie kauft auch ein ehemaliges Müllerhaus in der Nähe der Lengericher Windmühle, so wie ihr Mann es sich gewünscht hatte. Das Ziel: In dem Gebäude soll das erste Krankenhaus in Lengerich eröffnet werden.
Krank zu sein war im 19. Jahrhundert stets ein großes Risiko. Gerade auf dem Dorf gab es oft nur wenige Ärzte und keine Medikamente. Und wenn doch, dann konnten große Teile der Bevölkerung sie nicht bezahlen. Auch war es schwierig, kranke Menschen wegen der mangelnden Hygiene zu Hause angemessen zu versorgen. Ärzte und Kirchen drängten daher zunehmen auf die Einrichtung von Krankenhäusern und -stationen. Gegründet wurden diese jedoch nur, wenn ausreichend Stifter und Spender zur Verfügung standen. Die Pflege übernahmen oft Ordensfrauen.
Was genau die Familie Kramer dazu bewogen hat, ein Krankenhausgebäude zur Verfügung zu stellen, ist nicht bekannt. Als Maria Anna Becker 1825 Heinrich Kramer heiratet, ist dieser bereits ein erfolgreicher Geschäftsmann. Bis ins 16. Jahrhundert lässt sich die Geschichte der Kaufmannsfamilie Kramer in Lengerich zurückverfolgen. 1821 gründet sie am nördlichen Ende der Kirchstraße – dem „dicken End“ – einen Gasthof mit Bäckerei und Kaufmannsladen. Heinrich Kramer handelt zudem mit Leinen und Textilien.
Vom Krankenhaus zum Pflegeheim
Ende 1865 überträgt Maria Anna Kramer das Stiftungsvermögen für ein Kranken- und Waisenhaus endgültig der katholischen Pfarrstelle zu Lengerich. Zu diesem Zeitpunkt erweist sich das seit vier Jahren laufende Krankenhaus bereits als zu klein. Der Graf Droste zu Vischering stellt daraufhin ein Grundstück für einen Neubau zur Verfügung, das direkt neben dem Anwesen von Maria Anna Kramer liegt. Den Neubau unterstützt die Witwe tatkräftig. Die Eröffnung des nach ihr benannten „Maria-Anna-Hospitals“ 1872 erlebt sie nicht mehr, sie stirbt 1868. Ihre Schwester sowie zwei ihrer Kinder hinterlassen dem Hospital ebenfalls größere Summen und leisten so einen Beitrag zu seinem Fortbestand. Das Krankenhaus operiert für gut hundert Jahre, bis das Land Niedersachsen 1973 bekannt gibt, kleine Krankenhäuser mit unter 100 Betten nicht mehr zu fördern. Seit 1975 ist die Einrichtung ein Senioren- und Pflegeheim. Den Namen seiner Stifterin trägt das „Maria-Anna-Haus“ bis heute.
Vollständiger Name: Maria Anna Kramer, geb. Becker
Geboren: 20. August 1805 in Fürstenau
Verstorben: 26. August 1868 in Hildesheim
Position: Kaufmannswitwe, Krankenhausstifterin
Bezugspunkt im Emsland: Maria-Anna-Haus (Vischering-Allee 2, 49838 Lengerich)
Witwe mit Gemeinsinn: Maria Anna Kramer stiftete das ehemalige Lengericher Krankenhaus.
Als der Kaufmann Johann Heinrich Kramer 1858 stirbt, muss sich seine Witwe Maria Anna nicht nur um die sechs teils noch minderjährigen Kinder kümmern, sondern auch ein umfangreiches Erbe verwalten – darunter mehrere Häuser, Grundstücke und Kaufmannswaren. Den Nachlass verteilt sie unter ihren Kindern, aber nicht komplett. Sie kauft auch ein ehemaliges Müllerhaus in der Nähe der Lengericher Windmühle, so wie ihr Mann es sich gewünscht hatte. Das Ziel: In dem Gebäude soll das erste Krankenhaus in Lengerich eröffnet werden.
Krank zu sein war im 19. Jahrhundert stets ein großes Risiko. Gerade auf dem Dorf gab es oft nur wenige Ärzte und keine Medikamente. Und wenn doch, dann konnten große Teile der Bevölkerung sie nicht bezahlen. Auch war es schwierig, kranke Menschen wegen der mangelnden Hygiene zu Hause angemessen zu versorgen. Ärzte und Kirchen drängten daher zunehmen auf die Einrichtung von Krankenhäusern und -stationen. Gegründet wurden diese jedoch nur, wenn ausreichend Stifter und Spender zur Verfügung standen. Die Pflege übernahmen oft Ordensfrauen.
Was genau die Familie Kramer dazu bewogen hat, ein Krankenhausgebäude zur Verfügung zu stellen, ist nicht bekannt. Als Maria Anna Becker 1825 Heinrich Kramer heiratet, ist dieser bereits ein erfolgreicher Geschäftsmann. Bis ins 16. Jahrhundert lässt sich die Geschichte der Kaufmannsfamilie Kramer in Lengerich zurückverfolgen. 1821 gründet sie am nördlichen Ende der Kirchstraße – dem „dicken End“ – einen Gasthof mit Bäckerei und Kaufmannsladen. Heinrich Kramer handelt zudem mit Leinen und Textilien.
Vom Krankenhaus zum Pflegeheim
Ende 1865 überträgt Maria Anna Kramer das Stiftungsvermögen für ein Kranken- und Waisenhaus endgültig der katholischen Pfarrstelle zu Lengerich. Zu diesem Zeitpunkt erweist sich das seit vier Jahren laufende Krankenhaus bereits als zu klein. Der Graf Droste zu Vischering stellt daraufhin ein Grundstück für einen Neubau zur Verfügung, das direkt neben dem Anwesen von Maria Anna Kramer liegt. Den Neubau unterstützt die Witwe tatkräftig. Die Eröffnung des nach ihr benannten „Maria-Anna-Hospitals“ 1872 erlebt sie nicht mehr, sie stirbt 1868. Ihre Schwester sowie zwei ihrer Kinder hinterlassen dem Hospital ebenfalls größere Summen und leisten so einen Beitrag zu seinem Fortbestand. Das Krankenhaus operiert für gut hundert Jahre, bis das Land Niedersachsen 1973 bekannt gibt, kleine Krankenhäuser mit unter 100 Betten nicht mehr zu fördern. Seit 1975 ist die Einrichtung ein Senioren- und Pflegeheim. Den Namen seiner Stifterin trägt das „Maria-Anna-Haus“ bis heute.
Vollständiger Name: Maria Anna Kramer, geb. Becker
Geboren: 20. August 1805 in Fürstenau
Verstorben: 26. August 1868 in Hildesheim
Position: Kaufmannswitwe, Krankenhausstifterin
Bezugspunkt im Emsland: Maria-Anna-Haus (Vischering-Allee 2, 49838 Lengerich)
Gut zu wissen
Ansprechpartner:in
Autor:in




